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Text des Monats

Gottes Werk oder meine Vorstellungen
Betrachtung zu Römer 12 ,1-3

„Weil ihr Gottes reiche Barmherzigkeit erfahren habt, fordere ich euch auf […], euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung zu stellen. Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird. […] Keiner von euch soll sich etwas anmaßen, was über die Kraft des Glaubens hinausgeht, die Gott ihm geschenkt hat.“


In der Welt der sozialen Medien mit facebook, Instagram & Co. frage ich mich: Wem folge ich eigentlich? Bin ich noch ausschließlich auf meinen Gott ausgerichtet oder suche ich nach schneller Aufmerksamkeit, nach leichterer Kost, als das, was mein Gott von mir will.

Hängt mein Herz tatsächlich der Selbstinszenierungen Anderer durch einen Mausklick an? Laufe ich durch immer neue Bilder, Kommentare, Videos nur den scheinbar aus einer Utopie entsprungenen Menschen auf ihrem Irrweg hinterher? Wem folge ich? Diesem einen Bild, das ich von mir habe oder Gottes Sicht auf mich, als sein weißes Blatt Papier, das ihm Material, nicht fertiges Kunstwerk sein soll. Das nicht sein Schöpfertum ersetzen will. Will ich Menschen fi schen gehen, Pläne verwirklicht sehen für seine Welt oder meinen eigenen Gespinsten folgen, meinen Idealen und mich von Selbstoptimierung nähren, in der ich bade.

Gott selbst begab sich in den tiefsten Abgrund für mich. Nur in dieser Erkenntnis liegt die Demut, die ich brauche, um in der Kraft zu wandeln, die auch mein Glaube hat. Nur dar in liegt die Macht, nicht meinem Ego zu folgen, sondern seine Verheißungen zu erfahren und was sein Segen mit mir macht. Unsere Sehnsucht, egal in welcher Art, kann nur von Gott gestillt werden. Unsere Wunschbilder kommen nie in der Realität an. Denn das daran gekoppelte Glück, dass ich erhoff e, verpuff t, sobald ich es zu fassen kriege. Tiefe Beständigkeit bleibt, wenn ich nicht mehr nach dem Erreichen strebe, sondern mich Tag für Tag suchend zu dem hinbewege, das hinter dem Off ensichtlichen steht. Nach Werten, nicht nach Dingen. Nach dem Herzen, nicht dem Verstand. Nach Erkenntnis, nicht nach schneller Antwort. Nach dem, was sowieso unerreichbar ist – die himmlische Sicht.

Also – mache ich die Dinge, die ich tue, wirklich, um Gott zu ehren oder um mich in ein besseres Licht zu stellen? Niemand kann das beurteilen außer Gott und ich selbst. Ist der Halt, den Gott mir gibt, stark genug, um ins Gericht mit mir selbst zu gehen? Ohne Rechtfertigungen als Verteidiger heranzuziehen? Ich prüfe mich bis unter die Haut und schaue, was übrigbleibt. Ich hoff e, es ist nicht Selbstmitleid, sondern die Erkenntnis, dass Gottes Formen an mir viel größer und mächtiger ist, als der eigene Bildhauer in mir.

WRi



 

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