Bericht mit Bildern

01.05.16

Seminar und Ausstellung

Gemeinde Dresden-West

Die Offenbarung des Johannes als letztes Buch der Bibel übt seit ihrer Entstehung vor knapp zweitausend Jahren eine ungebrochene Faszination auf ihre Leser aus.




Das Seminar. Rätselhaft gibt sich das letzte Buch der Bibel, birgt eine unüberblickbare Fülle geheimnisvoller Bilder und scheint im Symbolgehalt trotz des hohen Alters beunruhigende Weltereignisse heutiger Zeit vorherzuzeichnen. Diese Entdeckung kann beim aufmerksamen Lesen durchaus sorgenvolles Fragen, gar Befürchtungen und Angst hervorrufen.





Was taugt als Schlüssel zum tieferen Verstehen dieses Buches? 
Aus welchem Blickwinkel muss man sich den Texten nähern? Gibt es verborgene Schätze hinter den opulenten Bildern? Worum geht es eigentlich? Kann uns das Buch gar Hilfe sein?



Es wurde ein interessantes Seminar in fünf Teilen mit
 aktuellen Bezügen angesichts der Turbulenzen im Weltgeschehen. Die Ausführungen gestalteten sich lebensbejahend, ermutigend, ohne Angstmache. Es sprach Dr. Rolf Pöhler, Professor für Systematische Theologie an der adventistischen Theologischen Hochschule in Friedensau bei Magdeburg.

Seine Kernthesen formulierte er wie folgt: Das letzte Buch der Bibel ist nicht die Offenbarung des Johannes, sondern gemäß der Einleitung des Textes eine Offenbarung Jesu Christi. Es ist ein prophetisches, seelsorgerliches Buch: aufbauend, tröstend, ermahnend, 

Zweitens ist das Buch der Offenbarung für eine Zeit verfasst worden, die knapp zweitausend Jahre zurückliegt. Damals wurde der Text von den Lesern zweifelsfrei verstanden. Bei der Annäherung heute müssen wir die grundlegend anderen Gegebenheiten der damaligen Welt beachten und aus den zu entschlüsselnden, verstehbaren Inhalten behutsam für uns heute nutzbare Denk- und Glaubenswerte immer wieder neu entwickeln. 

Drittens unterliegt dem Text eine duale Struktur, die zum einen in damaliger Zeit pervertierende Geschehnisse auf dieser Erde in entsprechend düsteren Chiffren beschreibt und zum anderen Hoffnungsszenarien zeichnet, die außerhalb unserer irdisch-menschlichen Wahrnehmbarkeit verortet bleiben. Sie stellen ein göttliches Gegenbild dar – darin Jesus Christus in Symbolgestalt eines Lammes, eines Menschen, eines Herrschers. Diese Szenarien werden als heilbringende Alternative und befreiende Zukunftsvision für unsere Welt und jeden einzelnen Menschen vorgestellt. 


Die Ausstellung. Parallel zum Seminar wurde eine beeindruckende Sonderausstellung 
des bis zuletzt in Radeberg lebenden Künstlers Martin Lehnert eröffnet: ein Bildzyklus, bestehend aus zwanzig Blättern, die nach szenischen Motiven aus dem letzten Buch der Bibel gezeichnet sind.


















(Fotos und Text: LU)