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11.02.08

Kreuzgestaltung im Gemeindezentrum

Gemeinde Dresden-West

Mit der Renovierung des Gemeindezentrums wurde auch ein Kreuz in Auftrag gegeben. Die Entscheidung fiel zugunsten eines auffallend schlichten Entwurfes.


Immer wieder schaue ich mir das neue Kreuz an. Mein Blick gleitet langsam an dem senkrechten, lang gestreckten, kalten Stahl entlang nach oben. Nein, es ist kein hölzernes Kreuz. Ungewohnterweise ist es aus Edelstahl gefertigt, fügt sich elegant in die Architektur des hellen Raumes.



Weißes Licht zerschneidet die Linie des senkrechten Balkens von oben bis unten sauber und zugleich konsequent entzwei.
Das Licht ist stärker als hartes Metall. Es ist kräftig genug – ohne aufdringlich zu sein – dass sogar die Mauern links und rechts zurückweichen müssen, den Blick nach oben führen, öffnen und nicht mehr einengen, den Neubeginn möglich machen und nicht mehr das Ende bedeuten.



Dieses schlichte neue Kreuz in unserem Gemeindezentrum – entworfen von der Architektin Karen Arnold aus Dresden – wird damit zu einem Symbol, das mehr transportiert als den bloßen Hinweis auf das Leiden und Sterben Jesu Christi damals.
Es nimmt meine Gedanken mit und führt sie in das Morgen, in die Zukunft. Es erinnert an das Geschehen auf Golgatha, an das Sterben, das Ende – und zeigt zugleich den Neubeginn, die Auferstehung, Hoffnung, Zukunft, den Anfang.



Das Kreuz ist also nur Kapsel für das heute noch Verborgene, das Größere, für das Eigentliche. In der Kreuzgestaltung unseres Gottesdienstraumes wird diese Kapsel bereits symbolisch gesprengt und lässt das Neue besser erahnen, öffnet den Blick für die Hoffnung auf das Ewige, gibt den Lichtstrahl frei, der von dort her bereits in unser Leben heute strahlt.

Daran glaube ich, darauf hoffe ich, mein Vertrauen habe ich daran festgemacht und meinen Blick dorthin gewendet. Dieses Licht ist es, das mich fasziniert, die Sprengkraft das, was mich immer wieder in Staunen versetzt. Und ich freue mich, dass mir dieses neue Kreuz beides nun Woche für Woche vor Augen führt.




(Text | Fotos: LU)