Bericht mit Bildern

Samstag | 04.10.08

Erntedankgottesdienst

Gemeinde Dresden-West

Erntedank erinnerte uns an die Abhängigkeit des Menschen von dem Segen Gottes. Dieser Gottesdienst diente zugleich als Auftakt für verschiedene Projekte.


„Hast Du heute schon Danke gesagt?“ – mit diesem Lied der Kinder wurden wir zum diesjährigen Erntedankgottesdienst begrüßt. Nora, Oliver, Adrian, Salome und Lennart, Alina und Marit – begleitet auf dem Klavier von Holger – gaben uns damit auch das Motto dieses Gottesdienstes vor.



Als Gemeinde saßen wir alle in mehreren Reihen um eine große Festtafel in der Mitte des Saales. Herbstlich bunte Blätter, Kastanien, kleine Kürbisse, Blumen und Kerzen schmückten Schalen mit Käse, Weintrauben, duftendem Brot, Salaten, Aufstrichen, belegten Brötchen und kleinen Käse-Obst-Spießen. Phantasievolle fleißige Hände hatten alles vorbereitet und liebevoll hergerichtet.

Der sonst schon traditionelle Gabentisch bot uns dieses Mal keinen Blickfang im Saal – er war draußen im Foyer aufgebaut, hinter der großen Glasfassade gut sichtbar für Passanten und in Erwartung, dass nach dem Gottesdienst ein Mitarbeiter der DRESDNER TAFEL die Gaben für die Bedürftigen der Stadt abholen würde.

Den Gottesdienst durchzog ein spürbar roter Faden: Gott lädt ein: Wir feiern Erntedank; Gott schenkt Leben: Wir stellen es unter seinen Segen.



Drei Familien unserer Gemeinde freuen sich über ihre vor Monaten geborenen Kinder. Glückliche junge Mütter und Väter stellten uns ganz offiziell nun ihre Jungs vor, verrieten erste erkennbare Eigenarten ihrer Windelrabauken Aaron, Joel und Timon. Und dann wurden den neuen Erdenbürgern und ihren Eltern segnend die Hände aufgelegt. Gottes Schutz gilt ihnen in besonderer Weise.

Gott sorgt für alle: Wir teilen, was wir empfangen. Der rote Faden dieses Gottesdienstes führte uns anschließend in die Slowakei und nach Serbien. Mit einem Videobericht erhielten wir Einblick in die Welt von Kindern, die sich auf Pakete der Aktion KINDER helfen KINDERN von ADRA Deutschland e. V. verständlicherweise freuen oder ihre endlich bisher abbruchreife Schule mit repariertem Dach, frisch gestrichenen Wänden, neuen Schulbänken und Toiletten glücklich wieder in Gebrauch nehmen durften.
Mit diesem Bericht und der Ausgabe der ersten Versandkartons ist auch für uns als Gemeinde Dresden-West die diesjährig Paketaktion eröffnet.





Gott teilt sich mit: Sein Wort ist unsere Nahrung; Gott gibt, was wir brauchen: Wir leben von ihm. Der Predigttext aus 2. Mose 16, der von kargen Lebensbedingungen auf einer Wüstenwanderung des Volkes Gottes erzählt, von den Sorgen der Menschen und ihrem daraus resultierendem Gejammer, dem Eingreifen Gottes, das Nahrung zu rechter Zeit in Form von Manna und Wachteln bescherte, gab uns Anlass, über unser Verhältnis zu unseren Alltagssorgen und dem Versprechen Gottes, uns zu versorgen, nachzudenken. Gibt es wirklich Grund zu klagen? Ist die Versorgung, die wir in unserem Land derzeit genießen können, nicht auch Anlass genug, auf das Jammern zu verzichten, Gott dankbar zu sein? Kann man scheinbare Normalität vielleicht sogar berechtigterweise als Handeln Gottes begreifen?

Gott schenkt Frucht: Wir pflanzen Hoffnung. Unsere jungen Leute haben sich mit dem Projekt Link2Life dafür entschieden, Gleichaltrigen in unserer Stadt von der Liebe Gottes zu erzählen. Und weil das mit eigenen Worten mitunter nicht ganz so einfach ist, möchten sie das knowhow von Miki Jovanovic, Lea Lorenz und Nadine Gomola via Satellit nutzen. In einer Präsentation stellten sie uns Konzept und ihre Planung für Dresden vor.





Der Tisch ist gedeckt: Wir schmecken und sehen, wie freundlich der Herr ist. Nach einem letzten gemeinsamen Lied, dem Segen und einem Orgelnachspiel durfte man sich der wunderschön gedeckten Tafel zuwenden, kosten, genießen, sich satt essen. Unterdessen war auch der Mitarbeiter der DRESNER TAFEL eingetroffen. Kräftige Hände sortierten die Gaben – Konservenbüchsen, Kartoffelsäcke, Nudeln, Honig, Tomaten, Käse, Fertigsuppen, Getränke, Obst, Gemüse – in die  Transportkisten und luden sie in das Fahrzeug. Dankbarkeit und Freude war dem Mitarbeiter mit dem weißen Logo-Aufdruck der DRESNER TAFEL auf der dunkelblauen Weste anzumerken. Ein herzlicher Händedruck zur Verabschiedung.


„Hab Dank, lieber Vater“ – so lautete der Titel des zweiten Liedes, das uns die Kinder während dieses Erntedankgottesdienstes 2008 zugesungen hatten. „Alina und ich haben dabei Faxen gemacht...“ erzählte die vierjährige Marit lachend ihrer Mutter, als sie nach dem Lied wieder auf ihren Stuhl kletterte.
Und auch das strahlende Gesicht vom knapp zehnjährigen Adrian nach seinem ersten vorgetragenen Klavierstück sprach eine unverkennbare Sprache: Super, es hat geklappt. Geschafft.

Vielleicht sollten wir von den Kindern wieder ein Stück Vertrauen lernen, dass Gott zu rechter Zeit für alles Notwendige sorgt. Und dazu diese fröhliche Gelassenheit, unbeschwerte Heiterkeit und offenherzige Dankbarkeit...

(Text | Fotos: LU)