Bericht mit Bildern

Mittwoch | 20.02.08

Schulprojekt in Uganda

Gemeinde Dresden-West

Im Moment befindet sich Siegfried Kießlich aus unserer Gemeinde wieder auf dem Weg nach Uganda, damit Spenden gut ankommen und kräftige Hände vor Ort Mut machen.


Mai 2006 | Februar 2008 – Das Hillside-College in Uganda ist ein Projekt, das durch Spenden aus Deutschland und Österreich und unter Mithilfe von ADRA-Österreich, der Landesregierung Vorarlberg und dem beispiellosen Engagement der Mitarbeiter vor Ort realisierbar geworden ist.
Das College bietet Kindern zwischen sechs und dreizehn Jahren eine Realschulausbildung, die sonst überhaupt nicht möglich und finanzierbar wäre.

Zur Zeit besuchen 182 Kinder diese Schule. Viele von ihnen kommen aus armen Familienverhältnissen ohne nennenswerte Perspektiven. Umso wertvoller und motivierender wirkt das Engagement ausländischer Freunde und Partner – nicht nur beim Bau eines neuen Schulgebäudes, das dieses Jahr fertiggestellt wird.





Neben der Schule unterhält das College eine Krankenstation, eine Schulfarm und eine Nähschule. Außerdem sorgen sich die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Projekten um soziale Nöte in der Dorfbevölkerung.


Republik Uganda


Das Land grenzt im Norden an den Sudan, im Osten an Kenia, im Süden an Tansania und im Westen an Ruanda und Kongo. Es ist ein klein wenig kleiner als Deutschland, beheimatet aber deutlich weniger Einwohner als unser Land.

Die Südgrenze des Landes verläuft durch den Victoria-See. An dessen Nordufer befindet sich die Hauptstadt des Landes, Kampala – direkt in Äquatornähe.

Und weiter nördlich im Landesinneren – Uganda liegt auf einem mächtigen Hochplateau in etwa 1.000 m Höhe – befinden sich ebenfalls große Seengebiete, unter anderem auch die Quellseen des Nils.

Faszinierend schöne Wasserfälle locken immer wieder Touristen ins Land. Höchster Punkt des Landes ist der Mount Stanley im Ruwenzori-Gebirge mit 5.110 m. Neun Nationalparks zeugen von den Bestrebungen, den Artenreichtum Ugandas zu schützen. Aber alles das täuscht nicht über die Nöte der Menschen hinweg.


Geschichte und die Menschen Ugandas

Die Pygmäen stellen wohl die ältesten heute lebenden Ethnien Ugandas dar. Seit dem 15. Jahrhundert bildeten sich im Land Aristokratien – Bantu, Bugunda, Ankole, Bunyoro und Toro. Um 1860 wurden die Nilquellen von Speke und Grant entdeckt, es begann die britische Kolonisierung.
1962 fand Uganda in die Unabhängigkeit, doch die Auseinandersetzungen um die Macht zwischen den alten Königreichen und den Militärs führte zu verheerenden Massakern vor allem in den 80er Jahren. Bis heute ist der Norden des Landes nicht befriedet.

Die Lebenserwartung der Menschen in Uganda liegt durchschnittlich bei 45 Jahren.




Nähmaschinen ermöglichen Broterwerb


Durch Spenden von 50 bis 100 Euro wurden bisher eine ganze Reihe Nähmaschinen erworben. Sieben dieser Maschinen stehen nun in der neuen Nähschule des Colleges. Besonders alleinstehende Frauen sind an den Kursen und natürlich einer Maschine interessiert, weil sie ohne Einkommen nun auf belebten Einkaufsstraßen der Städte etwas für den Unterhalt ihrer Familien spürbar beitragen können.


Wasser kommt nicht aus der Leitung

Im Gebiet um Ttamu herrscht akuter Wassermangel. Auf dem Gelände des Hillside-Colleges konnte bei Bohrungen selbst in 64 Meter Tiefe immer noch kein Grundwasser gefunden werden. Nur Tanks ermöglichen den Menschen, auch über die Trockenzeit hinweg über Trinkwasser zu verfügen. Eine Quelle in einigen Kilometern Entfernung könnte zwar über eine Leitung angezapft werden, aber das würde Wassermangel für die Menschen dort bedeuten. Die kleine Quelle bietet zu wenig Kapazität.

Ein Tank mit etwa 20.000 Litern Fassungsvermögen, der Wasser in den beiden kurzen Regenzeiten des Jahres speichern soll, kostet in Uganda hergestellt etwa 1.000 Euro. Nun ist geplant, das bestehende unterirdische Reservoir zu erweitern. Dafür werden natürlich Mittel benötigt.




Unterstützung, die sicher ankommt

Immer wieder zieht es Menschen aus unserem Land nach Afrika. Einige von ihnen möchten nicht nur etwas sehen, sondern zupacken.
Und so hat sich aus unserer Gemeinde Siegfried Kießlich wieder auf den Weg gemacht. Dass er im Alter von knapp 76 Jahren richtig zupacken kann, weiß jeder, der ihm zur Begrüßung die Hand reicht. Und man spürt seine tiefe Überzeugung, dass das Engagement nicht zwecklos ist.

Unsere Gemeinde Dresden-West hat sich von seinem Engagement anstecken lassen, übernahm bisher die Finanzierung zum Kauf von Nähmaschinen, einigen Schulbänken und -tischen und die Anschaffung von Baumaterial.
Außerdem spendeten Glaubensgeschwister das Jahresschulgeld für drei Schüler am Hillside-College, für die sonst eine Ausbildung nicht möglich wäre – für Noelina Nankumba, ein 16-jähriges Mädchen, Florence Nawanja und Gerald Atugonza, zwei 17-jährige Jungs.

„Mit diesem Brief drücken wir unsere Dankbarkeit aus für die gute und freundliche Arbeit, die ihr für Gott in Ttamu-Uganda und für Afrika im Großen getan habt“
schreibt der Pastor des Colleges, Eleazzar Kwizera.

(Text: LU | Fotos: SK)