Bericht mit Bildern

Sonntag | 05.07.15

18. Kinderstraßenfest

Gemeinde Dresden-West und Adventjugend Dresden

Nein, bei diesem Wetter treibt man keinen Hund vor die Tür ... auch nicht an solch einem. An diesem Wochenende sollte das Thermometer laut Vorhersage bis auf vierzig Grad klettern ...




Noch sieht scheinbar alles harmlos aus. Wie üblich beginnen gegen neun Uhr die Vorbereitungen. Absperrungen, die ersten Kisten, Bänke, Kabel, Planen und Zelte. Die Schillingstraße gleicht schnell einem kleinen Bauplatz. Ein Anhänger schiebt rückwärts heran. Freiwillige wuchten eine dicke, fette Rolle auf die Fahrbahn – die Hüpfburg. Inzwischen ist es bereits deutlich über zwanzig Grad, die ersten Sturzbäche ergießen sich über Stirn, Nacken und Rücken. Noch versucht der Verstand, das Unvermeidbare zu verhindern: Mach langsam! Nicht schwitzen! Aber das kochend heiße Gummipaket ist störrisch, unnachgiebig und sauschwer. Also weiter, es muss! 









Endlich. Zwei dicke Kompressoren haben scheinbar mühelos die verwinkelten Hohlräume prall mit heißer Luft gefüllt. Und es sieht tatsächlich gewaltig aus, was sich da entfaltet und aufgeplustert hat. Lächeln huscht wie kurzer Schatten über die Gesichter der etwas Erschöpften. Kleine Pause. Währenddessen sind von anderen Helfern auch die ersten Zelte errichtet worden, die Bauteile des Kletterturms stehen zur Montage bereit. Ein Trampolin muss auch noch zusammengeschraubt werden. Fünf geparkte Autos stehen leider im Sperrbereich, machen das Rangieren kompliziert. Das ist ärgerlich, raubt Zeit.   











Im Untergeschoss, etwas abseits scheinbar, beginnen bereits die Vorbereitungen für alles, was mit Küche zu tun hat. Hier ist Tabuzone. Im Nebenraum darf aber trotzdem Kraft getankt werden. Den Helfern werden Getränke gereicht, es gibt den einen oder anderen Kuchenrand und die inzwischen zur Tradition gewordene Kartoffelsuppe mit Wurstwürfelstückchen und Röstzwiebeln. Hier kann man kurz vor der Hitze oben Schutz finden. Das Thermometer zeigt knapp dreißig Grad draußen. Heute wird wohl niemand zum Straßenfest kommen ... Heute bleibt man zu Hause oder rettet sich in die Kühle eines Sees oder Kellers ...



Es ist vierzehn Uhr, fünfunddreißig Grad. Startschuss, auch wenn sich bis jetzt nur wenige Eltern und Kinder hierher verirrt haben. Wir betreiben kein Freibad. Glücklich sind wir darüber im Moment nicht, weder über unser heute wirklich verfehltes Angebot, das wir mühsam vorbereitet haben, noch über den verständlicherweise mageren Besuch bei dieser Affenhitze. Wir hatten ja irgendwie gehofft. Trotzdem: für diejenigen, die gekommen sind, soll es ein wirklich schöner Nachmittag werden. Planschbecken, Wasserfontaine und Eiswagen versprechen Linderung zwischendurch. Nicht nur die Kleinen freuen sich darüber. Die erwartungsvollen Kinderaugen zeigen außerdem, dass es die ganze Mühe wert war.















Trotz aller Hitze, bei aller Freude der Kinder über ihre Entdeckungen, die sie zwischen der Hüpfburg, dem Kistenklettern und dem Trampolin, an der Bastelstraße, bei den Sportspielen und dem Camp der Pfadfinder unter den vielen Zelten und Sonnenschirmen noch entdecken können – auch wir Erwachsenen sollten beschenkt werden. Und wer sein Gesicht kennt und dessen virtuose Fingerfertigkeit bewundert, die einmalig fantastische Gitarrenklänge mit Leichtigkeit hervorzuzaubern vermag, der wird jetzt enttäuscht sein, an diesem heißen Tag zu Hause geblieben zu sein. Silvio Schneider >> spielt mit leichtem Sound und Rhythmus aus Flamenco, Samba, Pop, etwas Sting >> und Karasol >> einen erfrischenden Windhauch in die unerträglich bleiernde Hitze des Nachmittags. 





Und noch mehr wird geboten im Geflimmer. Ein Schattentheater lädt in den Kirchsaal ein und vor dem Haus nehmen die „Königskinder" ihre Tanzposition ein. Wir kennen die Kleinen bereits. Zu poppiger Musik quirlen sie über den heißen Beton, geben sich Mühe zu lächeln. Das fällt heute dem einen und anderen der Besucher auch nicht leicht. Schließlich bedeuten Muskelbewegungen nebenbei auch Wärmeentwicklung. Letztlich hilft am besten still sitzen, Eis essen und die Zeit langsam dahin ziehen lassen, auch wenn eine Reihe Kinder wie so oft darauf erpicht sind, etwas zu basteln, sich schminken zu lassen oder gar auf dem Trampolin herum zu toben. Selbst der schweißtreibende Kick beim Kistenklettern schreckt nicht ab ebensowenig wie die brütend heiße Hülle des Kletterturms. Wer hoch hinaus will, wird zu leiden wissen.






















Und auf einmal schwupps – alle großen und kleinen Festbesucher sind weg. Die gigantische Hüpfburg zusammengefallen, Tische und Bänke wieder auf Stapeln. Zurück bleibt eine dieses Jahr ziemlich anstrengende Erinnerung, das eine oder andere nette Gespräch, für die Kinder hoffentlich ein „Das war schön heute!" Dann hätte sich die Mühe des Auf- und Abbaus trotzdem gelohnt, der Schweiß wäre nicht umsonst geflossen und der Tag hätte seinen Sinn hier im Stadtteil erfüllt.

Dank all denen, die sich die Zeit genommen, der Hitze getrotzt, gegen die Kilogramm des vielen Materials gemeinsam angekämpft und den Kindern damit eine Freude bereitet haben! Es hat schließlich nicht geregnet. Dafür darf man dankbar sein. Dank auch denen, die das Fest finanziell unterstützt und organisiert haben – Jörg Pistorius als Leiter in besonderer Weise! Danke denen, die den leckeren Kuchen gespendet und so nette Bastelideen entwickelt haben! Es bleibt: hoffentlich eine gute Erinnerung an das achtzehnte Kinderstraßenfest in Löbtau in den Herzen von Eltern und Kindern und den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.




(Text und Fotos: LU)