Bericht mit Bildern

Samstag | 08.09.12

Gottesdienst mit Schulanfängern

Gemeinde Dresden-West

Zwei Jungs haben ihre allerersten Schultage bereits hinter sich. Nun durften wir einen besonderen Gottesdienst feiern – mit ihnen, für sie und ihre Eltern. Vertrauen, Freunde und Hilfe waren die dafür gewählten Stichworte.




Zwei schlichte Holzgestelle tragen Bretter mit den Stichworten. Daneben Blumenarragements, etwas versteckt zwei größere Zuckertüten und am Rand eine Sammlung bunter kleiner Päckchen. Mehr verrät die Raumgestaltung heute nicht.



Ein ungewohntes Kinderlied-Präludium mit Klavier, Blockflöte, Cajon, Rassel und einem hohlen Holzfrosch stimmt uns ein auf einen „altersgerechten" Gottesdienst anlässlich der Einschulung von Erik und Lennart. Die zwei sitzen bereits brav auf der ersten Reihe vorn.



In einer kleinen Spielszene mimt Adrian den kleinen Daniel, der sich so gar nicht von seiner Mutter beim Lesen seiner Schriftrolle stören lassen will. Nach etlichem Hin und Her gehorcht er aber dann doch noch.

Nora bittet uns aufzustehen und führt in charmanter Art durch das gemeinsame Singen. Kinderlieder sind es. „Wir möchten Lieder singen, die von der Freude klingen, Freude, die wir erleben heut ...", „Wir sind Kinder der Freude, und sind dankbar dafür ...", „Auf dem Weg zur Schule geht der Herr mit mir. ..." und „Gott ist so gut, Gott ist so gut ...".

Steffi und Simon erzählen nun noch ein wenig mehr zum Thema: erklären den Sinn einer Schriftrolle und verraten einiges aus Daniels spannendem Leben erst als ins Ausland verschleppter Kriegsgefangener und später als bedeutender Staatsmann in diesem fremden Land.



Erik und Lennart, die beiden frisch gebackenen Schulkinder, werden uns vorgestellt. Sie sind ja schon einige Tage in der Schule gewesen, sitzen dort in einer Klasse. Jetzt beantworten sie etwas zögerlich einige Fragen. Wie das Melden geht, wissen sie aber schon recht genau: zwei Arme schießen wie auf Kommando in die Höhe. Erste Klasse noch ... Schmunzeln im Saal.

Die Kurzverkündigung von unserem Pastor Andreas Hildebrand beginnt ein wenig wie Schule: Tafel, eine Frage „an die Klasse" – wir alle sollen mitmachen. Schnell füllt sich die Fläche mit Notizen. Vertrauen, Freunde und Hilfe – die Geschichte Daniels zeigt, wie wichtig all das im Leben ist, gerade auch während der Schulzeit. Ob unsere zwei ABC-Starter die vielen Empfehlungen schon richtig einordnen können?



Ein erster kleiner Test soll helfen. „Dünnes Holz kann man leicht zerbrechen." Erik und Lennart beweisen Muskelkraft. Auch bei zwei und drei Stäben lassen sie sich nicht lumpen. Der erfahrene Pastor hat aber vorgesorgt, um die Wichtigkeit seines Anliegens verstehbar zu machen. Dickere Stäbe bringen den erwarteten Erfolg. Die Jungs ahnen den Sinn, legen sich trotzdem ins Zeug, scheitern, verstehen endlich. Oder doch noch nicht? Mit scheinbarer Ratlosigkeit gerade wieder auf ihre Stühle gerutscht: plötzlich knackt es noch einmal gut hörbar. Und man sieht ein verschwörerisches Lächeln über zwei Gesichter huschen „Doch schon kräftig!" ... So sind Jungs eben ...



„Was ist das: Vertrauen?" Einprägsam werden die beiden jetzt erleben: Augen zu und fallen lassen. Und sie sollen es genauso tun, wie der Pastor im hellen Anzug. Sie dürfen wählen, wem sie vertrauen würden: „dem großen Onkel" Jörg oder „dem noch etwas kleineren" Sven. Naja, sie entscheiden spontan, wenn auch etwas zögernd. Und nach dem Kommando „Drei, zwei, eins ..." wird die Unsicherheit offensichtlich. Der eigene Papa wäre allemal sicherer gewesen als eben „der große" Jörg ...



Und weil aller guten Dinge drei sind, kommen nun noch die bunten Bretter ins Spiel. Der alte Leonardo da Vinci hat die Idee für dieses kleine Experiment beigesteuert. Aus hölzernen Latten kann eine helfende Brückenkonstruktion entstehen – ohne Nägel und Schrauben, ohne Strick und Kleber. Und das Experiment gelingt. Das Staunen ist nicht zu überhören.

Später, nach dem Gottesdienst, werden einige fast Erwachsene noch fachsimpeln und entsprechende Verbesserungen für das Brückenmodell diskutieren. Auch sie hat das Thema offenbar gepackt, oder vielleicht doch eher die verblüffende Idee da Vincis.





Was wäre ein Schulstart ohne große Zuckertüte? Irgendwie weiß schon jedes Kindergartenkind um solch ein begehrenswertes Geschenk. Auch Erik und Lennart nehmen voller Stolz ein buntes Kunstwerk in Empfang. Und alle anderen Kinder erhalten eine süße Kleinigkeit zum Trost.



Noch einmal werden wir das Mottolied gemeinsam singen „Gott ist so gut, Gott ist so gut ...". Dieses Mal dürfen wir es wie die Kindern machen: der Text ist einem Bilderbuch zu entnehmen, das Martin extra für die Schulanfänger in Großformat gestaltet hat. Und mit diesen einfachen Illustrationen klappt das Singen offenbar auch ganz leicht.



Zuletzt werden noch einmal alle Kinder unserer Gemeinde nach vorn gebeten, dazu die Jugendlichen in Schule, Ausbildung und Studium. Nicht alle stehen vor uns, vor allem die Kleinsten fehlen. Trotzdem ist es eine ansehnliche Gruppe. Für sie erbitten wir den Segen Gottes: „Wir sind dankbar für diese Kinder und Jugendlichen! ... besonders als Gemeinde tragen wir Verantwortung für sie!"

Es war ein bunter, schöner, erlebnisreicher Gottesdienst. Dank allen kreativen und fleißigen Händen.




(Fotos | Text: LU)