Bericht mit Bildern

Samstag | 14.07.12

Sommergottesdienst in Frauenstein

Gemeinden Dresden-West, Dippoldiswalde und Lichtenberg

Ein Reisebus, eine sächsische Stadtkirche, eine grüne Wiese, Festzelte, Bänke und Tische, eine Burg, dramatisch schöne Wolkengebilde und beste Stimmung bei Jung und Alt. Einige Impressionen von einem wundervollen Tag.


Frauenstein – ein hübsches Städtchen im Osterzgebirge, das sich mit seinen Wohnhäusern und einer imposanten Burganlage auf einem Hügel zusammen drängt. Dazu gehört ein typischer Markt mit Geschäften, Gasthöfen und einer Kirche im Zentrum der Anhöhe. Vor diesem Gotteshaus haben sich an einem Samstagvormittag mitten im Juli die Adventgemeinden aus Dresden-West, Lichtenberg und Dippoldiswalde zusammen gefunden, insgesamt bestimmt 80 Menschen.

Sie schauen an diesem 14. Juli etwas besorgt zum Himmel, denn das Wetter zeigte sich im bisherigen Sommer sehr instabil und schwer vorhersehbar. Doch, um es vorweg zu nehmen: Trotz eines recht starken Windes soll es die ganze Zeit des Aufenthaltes trocken und meist sonnig bleiben. Es ist die Zeit des schon traditionellen Sommergottesdienstes, der sonst Waldgottesdienst hieß, zur Abwechslung aber einmal in der Zivilisation stattfindet – und doch in wunderschöner landschaftlicher Umgebung.



Kurz nach 10 wird das Tor der Stadtkirche für uns geöffnet. Hier wollen wir in den nächsten zwei Stunden Gott näher kommen. Für Adventisten ist ein Gottesdienst in einer echten Kirche ja eher ungewohnt. Auch deshalb werden wir von ortskundigen Personen zunächst einmal über Geschichte und Zustand der uns umgebenden Mauern aufgeklärt. So erfahren wir, dass die Stadt Frauenstein zwar eine privilegierte Lage besitzt und daher für die Region immer eine wichtige Rolle spielte, doch der windumtoste Hügel hat auch seine Nachteile. So kam es über die Zeit zu insgesamt drei verheerenden Stadtbränden, denen die früheren Holzhäuser und die Stadtkirche jeweils fast vollständig zum Opfer fiel.

Berühmtester Bürger der Stadt Frauenstein ist wohl der bekannte Orgelbauer Gottfried Silbermann, dessen Namen man überall auf Schritt und Tritt begegnet und der – ebenfalls infolge der Stadtbrände – gleich zweimal eine Orgel für die Stadtkirche konstruierte. Das aktuelle Instrument ist allerdings „nur“ eine spätere Errichtung in Anlehnung an die Methoden Silbermanns.  Der Ortskantor Kleinert ist an diesem Tag anwesend und lässt uns neben diesen und anderen Informationen natürlich auch an den vielfältigen Klangfacetten der Kirchenorgel teilhaben. Professionell, abwechslungsreich und manchmal auch unkonventionell begleitet er in der Folgezeit den Gemeindegesang.

Musik, Fröhlichkeit und die Schönheit der Natur stehen dann auch im Vordergrund der Predigt durch Johannes Scheel. Er bringt die Eindrücke des Tages durch eine Betrachtung des bekannten Liedes „Geh aus mein Herz und suche Freud“ von Paul Gerhardt miteinander in Verbindung. Zuvor hatte schon Andreas Hildebrandt in seiner Kindergeschichte über den wundersamen Flug der jungen Goldregenpfeifer von Alaska nach Hawaii erzählt und damit ein weiteres Beispiel für die Perfektion und grenzenlose Kreativität der Schöpfung aufgezeigt.



Nach etwa zwei Stunden im Kirchengebäude wollen wir diese Natur auch persönlich erleben und begeben uns  für das Mittagessen auf den nahen Schützenplatz. Dieser ist ein Wiesenplatz am Waldrand und in ein ehemaliges Steinbruchgebiet eingelassen. Er bietet Windschutz und an diesem Tag tatsächlich so etwas wie sommerliche Temperaturen. Fleißige Helfer hatten trotzdem zum Schutz vor Wetterkapriolen schon zuvor Partyzelte und Biertischgarnituren aufgestellt, so dass die gut gelaunte Gemeindegesellschaft bloß Platz zu nehmen braucht und sich an den mitgebrachten Speisen sättigen kann. Während die Kinder auf der Wiese endlich ihre verdiente Bewegung bekommen, bleibt für die Jugendlichen die Gelegenheit, sich auf der Wiese auszustrecken und für die  Erwachsenen Zeit für entspannte Unterhaltungen.



Dank Andreas Hildebrandt, der den Tag in vorzüglicher Weise organisiert hat, bekommen wir anschließend einen Überblick über die weiteren Erlebnismöglichkeiten. Während einige einen Spaziergang in der Umgebung machen, besuchen andere das Silbermannmuseum. Größte Attraktion des Tages ist aber die Begehung der mittelalterlichen Burgruine. Vor allem die Kinder haben eine Menge Spaß bei einer speziell auf sie zugeschnittenen Führung über Burggräben, durch unterirdische Gänge und hinauf auf die Turmplattform, von der aus man eine phantastische Aussicht auf die umgebende Erzgebirgslandschaft besitzt.





Gegen 16.30 Uhr müssen wir uns dann leider schon wieder auf dem Parkplatz einfinden. Von dort aus starten die Autos und ein extra gemieteter Bus in Richtung Heimat. Erst auf dieser Rückfahrt fallen die gefürchteten Regentropfen. Wir haben einen tollen, ereignisreichen Tag verlebt, der einer großen Gemeinde viel Gemeinschaftsgefühl gegeben hat. Wir danken Gott für diesen Tag.



(Fotos: JN | Text: FE)