Bericht mit Bildern

Sonntag | 03.08.08

Blechbläserkonzert

Gemeinde Dresden-West

Ungewohnt war es schon, sich kurz vor dem Start in die Arbeitswoche Sonntag Abend noch einmal Zeit zu nehmen für einen musikalischen Leckerbissen – aber es hat sich gelohnt.

 

Ein Streifzug durch die Geschichte der Pop-Musik kann sehr interessant sein. Wer weiß schon, dass unser harmloses Volkslied im englischen Sprachraum pop-ular music ist. Und was wir dann zu hören bekamen, sprengte außerdem das, was wir uns allgemein unter Volksmusik vorstellen. In kleinen Häppchen präsentiert, mit Ironie gespickt und qualitativ hochwertigem Blechbläserklang lernten wir Bach, Beethoven, Mozart, Händel, die Beatles und manch andere unserer zeitgenössischen Komponisten aus ungeschönt anderer Perspektive kennen. Nein, es war kein ungeschicktes Verreißen von Musik. Es war die gekonnte Harmonie zwischen den Geschichten und Schicksalen von Menschen und den musikalischen Werken, die sie geschaffen haben.

Landläufig als klassische Musik bezeichnete Kompositionen – in diesem Fall für zwei Trompeten, Tenor- und Bassposaune arrangiert – fügten sich aus dieser Blickrichtung leicht und sehr gekonnt gespielt zu Jazz-, Blues-, Rock- und Gospelklang. Volksmusik eben, könnte man sagen.



Zwei moderne Kompositionen, die sich normalerweise unserer Hörgewohnheit durch ihre experimentellere Gestaltung etwas schwerer hätten nähern können, öffneten in ihrer Darbietung die Herzen der Konzertgäste: die Interpretation zu Psalm 145 von K. Lehmgrübner bestach durch Farbigkeit und innere Spannung der Bilder und bei der Komposition von R. Schütz bildeten wir als Zuhörer sogar ein fünftes Instrument – mit Stampfen unserer Füße. Es hat sich wirklich gelohnt, dieses Konzert am Sonntagabend besucht zu haben.

(Text: LU | Fotos: BU)