Bericht mit Bildern

Sonntag | 06.07.08

11. Kinderstraßenfest

Gemeinde Dresden-West

Manchmal überlege ich im Vorfeld eines weiteren Festes schon, ob eine Veranstaltung mit so einem großen Aufwand Zeit, Geld und Kraft wert ist.


Aber wenn ich dann höre, wie Nachbarn und Freunde ihren Urlaub verschieben und Dienste tauschen, Firmen nach kurzem Telefonat ihre Hilfe unkompliziert wieder zusagen, Kinder auf der Straße nach dem Termin fragen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig planen, spontan anrufen und noch Arbeiten abnehmen, junge Leute Arbeitsbereiche übernehmen und ältere empört reagieren, wenn man ihnen die Belastung des Tages zu bedenken gibt, jemand mit einer spontanen Spende die Live-Musik ermöglicht, dann weht es meine Zweifel recht schnell beiseite.

Es war der Umstand, dass auch für dieses Fest genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit waren, viele Kuchen gebacken waren, zwei Autovermietungen Transportfahrzeuge kostenfrei bereitstellten, Tische und Bänke von zwei Geschäften selbstverständlich reserviert wurden, zwei ältere Damen unserer Gemeinde während des Aufbaus die Helfer mit einem Imbiss überraschten, ein junger Mann seit vielen Jahren erst als Kind das Fest besuchte und heute als Mitarbeiter beim Auf- und Abbau und der Klettersicherung seinen Sonntag opfert, dazu noch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit Engagement ihre Kräfte zur Verfügung gestellt haben.

Aus meiner Sicht: es war wieder ein schönes und gelungenes Fest!



Etwas weniger Gäste waren es gegenüber dem Vorjahr. Das aber hatte den Vorteil, dass wieder einmal Gespräche zwischendurch möglich waren – mit Stefan Johansson, dem Musiker aus Schweden, Mario Sempf, dem Mann mit den nordischen Spielangeboten, mit den beiden gut gelaunten Mitarbeitern vom Eine-Welt-Laden Quilombo, mit Frau Picl, auf deren Pferden die Kinder das Reiten genießen konnten, mit den Herrschaften Zar Peter und Gräfin Aurora von Königsmarck, die während der letzten Kinderfeste fleißig Kinder mit geschminkt hatten und dieses Jahr gemeinsam mit ihrer Kammerzofe und Flemming die Idee hatten, die Brühlsche Terrasse und den Königshof für das Fest nach Löbtau zu holen.

Das Kinderfest ist damit nicht nur etwas für Kinder. Es ist eine kleine Plattform, auf der an diesem Tag der Kontakt zwischen Menschen möglich wird.

So haben eine Vielzahl von Erwachsenen den Quiz genutzt mit Fragen zu Bibelwissen und Stadtgeschichte. Das sorgte für Gesprächsstoff.




Ein Arzt erkannte zufällig einen Patienten, um den er sich vor längerer Zeit in mehreren Operationen gekümmert hatte. Freude über das Wiedersehen.

„Du auch hier?“ – diese Begrüßung war ab und zu zu hören, und mitunter mit dem Hinweis: „Klar, ich mache mit, nicht das erste Mal!“ Dieses Jahr reichten die 60 kleinen Mitarbeiterschildchen nicht mehr aus. Das Team wird jünger, denn wenn man an einem kleinen Stand eine Aufgabe übernimmt – am Maldampfer, dem Glücksrad oder bei den Sportspielen – dann ist man natürlich ein Mitarbeiter. Jeder hat seine Aufgabe gefunden.







Deshalb habe ich auch dieses Jahr das Fest genossen, trotz aller Arbeit. Niemand ist zu Schaden gekommen, alle haben gerackert und sich nicht geschont, wir hatten viele schöne Erlebnisse, werden auch dieses Fest in guter Erinnerung behalten, das Wetter war super, der Prasselregen kam punktgenau nach dem Abbau. Nur das Abbau-Team vom Kletterturm hielt geduldig die kostenlose Dusche aus. Und später am Abend waren immer noch kräftige Helfer mit dem Transporter mit mir unterwegs – verschwitzt wie ich und bester Laune.

Dieses Jahr war ich aber weit vor Mitternacht bereits zu Hause, das war nicht immer so.

Deshalb – vielen Dank für alle Hilfe, für alle Gelassenheit trotz der einen oder anderen Vergesslichkeit in der Planung. Dank an Gott im Himmel, der seine Hand über uns alle gehalten hat. Und meine Bitte an ihn ist, dass er Euch alles zum Segen werden lässt und die Gäste des Festes, die sich ein wenig zu Hause gefühlt haben, auf ihren Wegen begleitet und nicht loslässt.

(Text: LU | Fotos: DW, AU, BM, FH)