Bericht mit Bildern

Freitag | 24.12.10

Christvesper zu Heiligabend

Gemeinde Dresden-West

Draußen schneit es, seit Tagen schon. Alles ist weiß. Erwartungsvoll kommen die Besucher ins Gemeindezentrum gestapft, trampeln den Schnee von den Schuhen ...


Wir sehen links ein Sofa mit Tisch und ein paar Gläsern, einen Fernseher, Wohnzimmer knapp skizziert. Rechts zwei leere Cola-Kisten, ein Benzinkanister, Baustrahler – Garage, so scheint es. Die Kinder zappeln in Vorfreude, Orgelmusik.

Wir hören die Weihnachtsgeschichte, gelesen in Lukas Kapitel 2. Dann geht das Licht aus.



Zu Hause. Vater und Mutter in Weihnachtsvorbereitung, Tochter in bestem Teenie-Alter. Die Szene lässt schnell die Stimmung erahnen. Heiligabend so wie immer, etwas gutbürgerliche Gemütlichkeit, Kerzen, leise Musik, gutes Essen, Geschenke – die Große lässt ihre Lustlosigkeit durchaus spüren. Mutter schuftet in der Küche für ein festliches Essen, Vater bastelt derweile an der mangelhaften Vorfreude. Was die Eltern nicht ahnen: die Tochter hat einem obdachlosen Pärchen mit Baby eigenmächtig die Garage aufgeschlossen, weil für diese Nacht Frost angesagt ist.



Während sich der Abend im Haus dahinschleppt, ist die kleine Familie in ihrem wenig gemütlichen Unterschlupf recht glücklich. Eine Nacht in vier Wänden und mit erträglichen Temperaturen. Das kann gefeiert werden. Sogar ein Tänzchen macht Sinn, das alte Radio findet sich in der Ecke.



Die Geräusche aus der Garage bleiben den Eltern nicht verborgen. Und nur weil Heiligabend ist, dulden sie, was ihre Tochter hinter ihrem Rücken beschlossen hat. Aber morgen früh müssen die Leute dort wieder raus ...



Als dann noch einmal die Tochter des Hauses in der Garage vorbei kommt und einen Korb mit Köstlichkeiten bringt, kennt die Freude keine Grenze. Hier scheint eigentlich ein Heiliger Abend zu sein. Doch im Haus wartet die Bescherung unter dem Tannenbaum und zwei gestresste Eltern.



Die Geschenke werden herein geschleppt. Buntes Papier wird aufgerissen, und mit jedem weiteren Päckchen wächst die Enttäuschung der Tochter: Was haben sich die Eltern dabei gedacht?! Was soll sie damit? Wissen die Eltern nicht, dass ...?
Wütend steht sie auf und entschließt sich, in die Garage zu der kleinen Familie zu gehen. Für die Eltern aber wird der Abend so wie viele Abende sonst auch – mit der Fernbedienung vor der Flimmerkiste.



In der Garage entspinnt sich jedoch ein interessantes Gespräch über den Sinn des Festes, über den Retter der Welt und den wahren Grund der Freude damals im Stall von Bethlehem. Und weil es in der Garage nun wirklich nicht gemütlich ist, werden die drei Menschen aus dem Unterschlupf ins Haus gebeten ...



Das weihnachtliche Anspiel endet offen. Was sich weiter im Haus abspielt, bleibt verborgen. Unser Pastor Andreas Hildebrandt aber nimmt nach einem kleinen Musikstück den Faden der Geschichte wieder auf und führt uns als Zuhörer auf eine Entdeckungsreise – weg vom Stall in Bethlehem, zeigt  Stationen des Lebens Jesu, macht deutlich, weshalb es Sinn macht, Gott zu vertrauen und sein Geschenk an uns Menschen anzunehmen. Er erzählt von seiner Vorfreude auf den Himmel, wenn es kein Leid, keinen Streit, weder Neid noch Gewalt geben wird. Zwölfmal im Jahr wird man Früchte ernten können. Und Gott wird bei den Menschen sein ...


(Fotos | Text: LU)