Bericht mit Bildern

Samstag | 05.09.09

Open-Air-Gottesdienst In-House

Adventgemeinden in Dresden

Aufgrund der aktuellen Wetterlage fand der diesjährige SONNENHOF-Gottesdienst nicht unter freiem Himmel, sondern im Adventhaus Dresden statt.


Samstag früh gegen halb acht. Es regnet, es hat in der Nacht geregnet, in Strömen. Frischer Wind aus Nordwest lässt hoffen. Telefone klingeln. Kurze Rücksprachen. Optimismus ringt mit dem Wissen der Wettervorhersage. Dann eine Entscheidung, ein nach hinten korrigierter Gottesdiensttermin. Viele Telefonate, einige eMails, schnelle Änderung des Eintrages auf der Internetseite. Die Tontechnik muss wieder abgeladen werden. Bestuhlungen werden umgebaut, die Heizung etwas aufgedreht...

Ab halb 11 treffen die ersten Gottesdienstbesucher im Adventhaus ein. Die Stimmung verrät bei vielen Erleichterung – kein Frierenmüssen, keine nassen Füße, keine wegen Feuchtigkeit gewellten Buchseiten. Gottesdienst darf auch ein Stück Gelassenheit sein, Sich-Fallenlassen, Genießen dürfen. SONNENHOF-Gottesdienst in den schützenden Wänden des Adventhauses...

Pastor Wilfried Höhne begrüßt uns in herzlicher Weise, bedankt sich gar für die Flexibiliät und das Verständnis für die Entscheidung – wir hätten zu danken...
Die jungen Leute, liebevoll Singegruppe genannt, reißen uns mit zu einem ersten Loblied. Es ist zu hören, dass wir alle erleichtert sind und gern diesen Gottesdienst, heute eben hier, erleben.





Den Psalm zum Tag liest Pastor a.D. Jochen Graupner, dann folgen wieder  gemeinsame Lieder, begleitet mit einem kreativen Klavierpart, einer Flöte und dem Bongo.

Das uns allzu vertraute Bibelgespräch gestaltet Pastor Detlef Hummel dieses Mal auf völlig andere und entspannte Weise. Eingebettet in Gemeindegesang liest er den Text der Woche, dazu Gedanken von Bonhoeffer. Das Nachdenken fällt nicht schwer, der Inhalt erreicht uns leicht...

Zwei Elemente des Tages fallen ein wenig aus dem Rahmen, nicht negativ. Norle Kynast wirbt für ein neues Pfadfinderprojekt in Dresden – es sitzen schon ungewohnt viele Menschen vor ihr und sorgen für ein wenig Unsicherheit.

Folkard Wunderlich, Vorsitzender des Arbeitskreises SONNENHOF, begegnet diesem Umstand mit gelassenem Humor: „Herzlich willkommen in der Zweigniederlassung des SONNENHOF". Er erzählt von hoffnungsvollen Schritten und schönen Erlebnissen auf und mit dem SONNENHOF, lädt ein, Fördermitglied zu werden.

Und dann sind da noch die zwei Verkündigungen von Bernhard Oestreich, Dozent für neutestamentliche Theologie an der ThHF, zu nennen – die beiden Höhepunkte des Tages.
Wie ging Jesus mit Mißerfolgen um? Wie reagierte er auf Erfolg? In seiner gewinnenden Art, mit seelsorgerlichem Einfühlungsvermögen und profundem Fachwissen gelingt ihm, dass man eine Stecknadel könnte fallen lassen. Er ist auch Dozent für Homiletik, für die Kunst des Predigens.

Es wird still im Saal, gespannt lauschen wir, lassen uns mitnehmen in die damalige Welt. Von Aussatz befallene Menschen, 10 sind es, ausgestoßen aus der Gesellschaft, heimatlos, gemieden, gefürchtet. Jede Hautkrankheit, jede Auffälligkeit hätte damals die Ächtung auslösen können, nicht nur Lepra – eine Entzündung, ein kleines Geschwür, Schuppenflechte, helle Flecken, dunkle Flecken...
Jesus aber wendete sich diesen Ausgestoßenen zu, heilt sie und muss erleben, dass der Dank nur sehr spärlich zurückkehrt. Ein Ausländer ist es, der Gott lobt und dankt, ein Fremder... Wir heute erleben das nicht selten ebenso, in der Gesellschaft, in der Gemeinde. Und fühlen uns verletzt, sind enttäuscht.
Wie geht Jesus mit dieser Situation um? Wie reagiert er auf Enttäuschung?...




Nachmittag die zweite Predigteinheit. Jesus und sein Verhältnis zu Erfolg. Die Menschen liefen ihm nach, gerieten in Begeisterung, entwickelten Energie. Ideale Voraussetzungen für eine glänzende Karriere, für eine sichere Durchsetzung von Ideen und die Stabilisierung der eigenen Position. Doch Jesus nutzte das nicht, im Gegenteil. Erfolg in unserem Sinne erschien ihm suspekt, wenig stabil. Er zog sich zurück, suchte die Stille, das Gebet...

Der Gottesdienst an diesem Tag neigt sich seinem Ende zu. Doch es bleibt noch Zeit für ein gemeinsames Kaffeetrinken, für ein Stück leckeren Kuchen. Gunda Schrock und ihr kleines Team von Helferinnen hat nach der Potluck-Mittagstafel nun auch ein Kuchenbuffet im Treppenhaus gezaubert. Es ist eine Festtafel geworden, inzwischen scheint etwas die Sonne. Wir genießen das eine oder andere Gespräch, herzliches Lachen ist zu hören, lockeres Plaudern und ab und zu ein fröhliches „Wiedersehen"...



Dankbar sind wir für diesen Tag, dankbar für die gute Gemeinschaft, dankbar für die stillen und fleißigen Helfer im Hintergund., dankbar für das Wort der Predigt.
Der SONNENHOF hat eine wirklich schöne Zweigniederlassung...

(Text: LU, Fotos: FK)