Bericht mit Bildern

Samstag | 29.11.08

3. Festgottesdienst 10|100 begegnungsweise

Gemeinde Dresden-West

Dieser Gottesdienst im Jubiläumsjahr der Gemeinde lebte von Bekenntnissen der Führung Gottes, guter Cello-Musik und einer tröstenden und Hoffnung stiftenden Predigt.


Vier Celli in einem Raum sind schon etwas ganz Besonderes. Sie sorgten dafür, dass der Festcharakter dieses Gottesdienstes von Anfang an musikalisch unterstrichen wurde.



Nach Lobgesang und Anbetung erfuhren wir im Teil der Bezeugenden Gemeinde von der glücklichen Rückkehr Siegfried Kießlichs aus seinem mehrwöchigen Aufenthalt in Simbabwe.
Es war zu spüren, dass ihm die dort herrschende Not viel Kraft gekostet hat und nur notdürftig mit Worten beschrieben werden kann.

Neben Berichten weiterer Glaubensgeschwister von Erlebnissen, bei denen sie Gottes Führung in der vergangenen Woche erlebt hatten, überreichte Simon Krautschick unserem Gemeindeleiter Eberhardt Mucke zum 100-jährigen Bestehen der Adventgemeinde in Löbtau ein Geldgeschenk in Form einer Urkunde. Er verwies kurz auf die wechselvolle Geschichte der Gemeinde, ihre Verjüngung vor zehn Jahren und das heutige gute Potenzial, das nicht zu übersehen sei.



Besondere Gäste des Tages waren Geschwister Gutsche aus Chemnitz. Vor 30 Jahren arbeitete Erich Gutsche in Dresden, und „heute", so beantwortete er eine der Fragen von Rüdiger Müller, „ist die Gemeinde Dresden-West eine junge Gemeinde, in der man sich wohlfühlen kann."
Kurz erinnerte er an eine „Mutter der Adventgemeinde in Löbtau" – Schwester Fritsche. „Würde sie heute noch leben, wäre sie einhundertdreißig Jahre alt und würde sagen: ,Es hat sich sehr viel verändert in der Gemeinde!` ".

„Wir wünschen uns Gemeinde, die Geborgenheit gibt." so begann Erich Gutsche anschließend seine Predigt. „...keine Wellness-Gemeinde, aber eine Gemeinde ohne Mobbing, ohne Streit, ohne Geringschätzung."
Das sei auch gut so, aber immer wieder erleben wir Rückschläge. Und als Beispiel griff er zur Bibel und beschrieb die Situation Hiobs im Alten Testament. Hiob hatte einen guten Ruf, eine nette Frau, Familie, Kinder, Freunde, Wohlstand. „Bruder Keil, wie würdest Du an Hiobs Stelle empfinden?" - fragte Erich Gutsche nach alter Predigtmanier direkt in die Gemeinde hinein.

„Hiob war dankbar für alles, schätzte das Gute in seinem Leben." Doch plötzlich kommen Tage, die all das kaputt machen, vernichten. Erschütterung – auch bei seinen Freunden. Sie kommen zwar sofort vorbei, aber ihnen bleiben sieben Tage lang die Worte im Halse stecken. Und als sie endlich ihre Sprache wiederfinden, folgen Vorwürfe und Anklage." Es sei oft alles so trostlos.

„Was gab Hiob in dieser Situation Kraft?" diese Frage stellte Erich Gutsche in den Raum. „Was gibt Kraft, wenn jemand Krankheit befällt, die nicht zu heilen ist? Was gibt Kraft, wenn jemand seine Arbeit verliert und nach vielen Bewerbungen und Mühen nach wie vor keinen Arbeitsplatz findet?
Unsere Vorstellungen von einer heilen Welt bleiben letztlich doch nur Utopie!" 

Erich Gutsche wollte trösten, motivieren vorwärts zu schauen, Gott trotz allem zu vertrauen wie damals Hiob. „Hiob war ein Mann, der nach vorn schaute, über gegenwärtige Missbilden hinweg. Er ließ nicht alles teilnahmslos über sich ergehen, sondern er wandte sich der Quelle des Lebens zu."
Das, so beendete er seine durchaus seelsorgerliche Predigt, sei die einzige Möglichkeit, heute mit den Dingen des Lebens wirklich klar zu kommen.

„Der Glaube an Jesus Christus ist die einzige Möglichkeit, mit begründeter Hoffnung dem Leben begegnen zu können." Wir nahmen die Worte dieses lebenserfahrenen und engagierten Predigers dankbar zu Herzen.

Die vier Celli schlossen mit einerm weiteren einfühlsamen Musikstück den Rahmen in diesem besonderen 3. Gottesdienst unseres Festjahres.
Nach dem Schlusschoral durften wir uns auf ein gemeinsames Essen freuen. Viele bunte und schmackhafte Speisen waren von den Glaubensgeschwistern mitgebacht worden.

Gemeinde ist Gemeinschaft – wir sind dankbar auch für diesen Gottesdienst und all die, die ihn mit gestaltet haben.


(Text | Fotos: LU)