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Text des Monats


Fasten – Zeit für Gemeinschaft, Zeit zur Dankbarkeit


Seit Aschermittwoch ist Fastenzeit – bis Ostersonntag! Immer häufiger wird heute das Fasten empfohlen, z.B. sieben Wochen Verzicht auf Schoko­lade. Das täte manchem wegen der Figur ganz gut. Sieben Wochen kein Fernsehen! ... Doch was tun mit der freien Zeit?

In einem wenig bekanntes Buch über das Glück des einfachen Lebens erzählt eine Frau vor mehr als einhundert Jahren ihr Leben und ihre Dankbarkeit, obwohl die äußeren Bedingungen alles andere als einfach zu beschreiben sind.

Diese Frau wird kurz nach ihrer Geburt von der Mutter auf einer Weidewiese mitten in der Schafherde ausgesetzt. Ein Hirte findet das Baby und nimmt es zu sich. Später kommt sie in dem nahegelegenen Dorf zu einem kinderlosen Ehepaar, das sie liebevoll großzieht.hr Leben spielt sich insgesamt nur in dem ganz engen Radius eines Bergdorfes und den zugehörenden Weideplätzen der Schafe ab, deren Hege und Pflege sie nach und nach erlernt. Bald zieht sie selbst mit der Herde durch Berge und Schluchten.

In ihren Schilderungen berichtet sie immer wieder, wie dankbar sie für das Leben in der Natur ist, wie sie sich über unscheinbare Blumen freut, die vielen verschiedenen Gräser und Kräuter auf den kargen Weideplätzen bewundert und nachts über den gewaltigen Sternenhimmel staunt.

Der Geruch von Schafen wird ihr tief vertraut. Sie hat sogar gelernt, sich unter ein Mutter­tier zu legen, um die Milch direkt aus dem Euter in ihren Mund zu spritzen – ohne dass das Tier verschreckt davon läuft. Die Schafe vertrauen ihr. Sie kennt jedes mit Namen.

Abends zu Hause sitzt sie bei der Familie in der Küche um das offene Feuer herum, um sich zu wärmen, die einfache Suppe zu kochen, einander Erlebnisse des Tages zu erzählen. Ihre Adoptiveltern ermöglichen ihr später den Schulbesuch. Sie ist so dankbar dafür, dass sie fleißig lernt und einen guten Abschluss schafft.

Nach der Schule arbeitet sie im familieneigenen Weinberg, geht mit zum Brotbackhaus oder zum Waschplatz des Dorfes und lernt, wie man sich auch da gegenseitig hilft. Man ist aufein­ander angewiesen. Man hält zusammen im Dorf, sorgt in Krankheitsfällen füreinander, kümmert sich um die Tiere des Nachbarn, erntet gemeinsam und feiert danach fröhlich zu verschiedenen Anlässen: Erntefeste, Schlachtfeste und und und ...

Diese Frau konnte sich damals trotz aller Härte des einfachen Lebens über die kleinen, unscheinbaren Dinge freuen, war dankbar für alles Schöne.

Fastenzeit kann auch uns heute helfen, Kleinigkeiten wieder zu entdecken und dankbar wahrzunehmen. Wir müssen uns Zeit dafür nehmen. Uns allen würde es gut tun, in der Fastenzeit auf etwas konkret zu verzichten, was uns Zeit verschafft: um Gemeinschaft mit Nachbarn zu haben, einander besser kennenzulernen, sich gegenseitig zu helfen und dann vielleicht zu Ostern ein fröhliches Fest miteinander zu feiern – feiern, weil man Menschen gefunden hat, mit denen man gern zusammen ist und auf die man sich in Notsituationen wirklich verlassen kann. Dann wäre man auch da weniger allein.

Fastenzeit. Sie bietet die Chance, sich wieder über Kleinigkeiten zu freuen, zurück zu echter Gemeinschaft zu finden und für vieles wieder dankbarer zu werden.

Bereits auf den ersten Seiten der Bibel finden wir eine bekannte Weisheit: „Es ist nicht gut für den Menschen, allein zu sein.“ (1. Mose 2, 18) Das ist heute nicht anders. In diesem Sinne Ihnen eine gesegnete Fastenzeit und ein frohes Osterfest.

AHi

 

 

 

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