Platzhalter
 

Text des Monats

Blaues Wunder

Die kleine Golden Gate Bridge des Ostens ist eine der Sehenswürdigkeiten Dresdens, welche man auch erleben kann – anfassbar und sprichwörtlich. Als historisches Wahrzeichen deutscher Ingenieurbaukunst ist sie ihrem zehnmal längeren westlichen Pendant nur scheinbar unterlegen, denn sie wurde bereits 1893 eingeweiht und gilt in ihrer Konstruktion nach Plänen von Claus Koepcke und in der Ausführung durch die Firma Felten & Guilleaume als weltweit eine der ersten Brücken, die ohne zusätzlichen Strompfeiler auskommt. Ein Wunder für die damalige Zeit und ein bleibendes Wunder bis heute, denn ihre Erhaltung war z.B. nicht nur dem beherzten Eingreifens mehrerer Bürger zur Verhütung der Sprengung durch die auf dem Rückzug befindliche Wehrmacht 1945 zu verdanken, sondern ist bis in die jüngste Vergangenheit das Ergebnis Kultur- und Baukunst bewahrender Maßnahmen.

Wunder sind offenbar gar nicht so etwas Wirklichkeitsfremdes, Unnahbares, sondern begreifbar und in ihrem Auftreten überwältigend schön. Ein Augenblick des Friedens und des Dankes zieht da ein und kann lange andauern. Wie schnell verfliegt das Schöne, das Gute, das, was wir gerne festhalten, konservieren möchten?

Interessanterweise bleiben die Dinge nicht gleich, sie verändern sich und sie verschwinden eines Tages, wenn wir nichts dagegen tun und uns um Pflege bemühen.

Wunder erlebten die ersten Christen auch immer wieder. Nachdem noch unverständlichen Kreuzestod von Jesus, seiner Auferstehung, der sagenhaften Himmelfahrt und dem Wunder der stellvertretenden Wiederkehr zu Pfingsten erlebten sie eine weltbeginnende, verändernde Bewegung, deren eigener Teil sie durch das Gestalten wurden. Jesus hatte ihnen das unmissverständlich mitgeteilt: er selbst würde durch seinen Heiligen Geist in ihnen Veränderungen bewirken, die sich Bahn bricht, hin zu einem Leben, so wie Gott es selbst gewollt und geschaffen hat.

Das Miterleben dieses Weges an mir selber und im Sich-Ausdehnen in die weite Welt ist eines der großen Wunder, die Gott in unendlicher Geduld und Liebe wachsen lässt. Zeit spielt sich bei ihm in einer anderen Dimension ab; sie lässt es zu, dass Frucht reifen kann.

Paulus schrieb dies auf, lange nach Pfingsten, und teilte seinen Freunden in Galatien mit: „Wenn der Heilige Geist unser Leben beherrscht, wird er ganz andere Frucht in uns wachsen lassen: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.“ (Galater 5, 22)

Dies steht als Gegenentwurf zu den vorher von Paulus genannten und uns in unserer heutigen Zeit ach so bekannten Neigungen wie Unzucht, unreine Gedanken, Vergnügungssucht, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zorn, selbstsüchtigem Ehrgeiz, Spaltungen, selbstgerechter Abgrenzung gegen andere Gruppen, Neid, Trunkenheit, ausschweifendem Lebenswandel und dergleichen mehr (Galater 5, 19-21). Auch diese Wege zeichnen über die Zeit Resultate; sie führen allesamt in den Abgrund.

Gott ist in Jesus nicht auf diese Welt gekommen, um die Menschen zu verurteilen, sondern auf genau die Dinge aufmerksam zu machen, die lebenserhaltend und -bewahrend sind. Er verspricht denen, die sich daran halten und an ihn als Retter glauben, ewiges Leben, wenn er selbst wiederkommt.

Wenn das nicht ein Wunder – das Wunder überhaupt ist.

JPi



 

Kalender

Juni 2017
So Mo Di Mi Do Fr Sa
  01 02 03
04 05 06 07 08 09 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
26 27 28 29 30  

in Dresden-Striesen

Adventhaus
Dresden

Haydnstraße 16
01309 Dresden

in Dresden-Löbtau

Gemeindezentrum
Dresden-West

Poststraße 13
01159 Dresden

in der Umgebung

Dippoldiswalde >>
Meißen
Pirna >>
Radeberg >>
Radebeul
Weinböhla