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Text des Monats

„Ich glaube, so ist es"

„Ich glaube, so ist es“ könnte man im allgemeinen Sprachgebrauch wohl auch mit den Worten übersetzen: „Ich weiß nicht so genau“. In unserer Erfahrungswelt sind wir uns jedenfalls der Dinge erst dann sicher, wenn wir sie rational, möglichst auf wissenschaftlichem Wege, analysiert haben.

Natürlich gibt es auch Phänomene, die wir wissenschaftlich (noch) nicht überzeugend
erklären können, und in unserer Wahrnehmung umreißen diese dann den verbliebenen Lebensraum des Glaubens – quasi sein immer kleiner gewordenes Reservat. Das ist zwar ein trauriger Irrtum, doch diese Auffassung von der Welt ist uns so plausibel geworden, dass wir sie gar nicht mehr hinterfragen.

Wenn ich aber sage: „Ich glaube an Jesus Christus, ‚der die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben‘ (Johannes 3,16)“, dann spreche ich die entscheidende Wirklichkeit meines Lebens aus. So, wie ich als kleines Kind aus den Worten und nonverbalen Mitteilungen meiner Eltern ein Bild davon bekam, wer ich bin – im Guten wie im Schlechten – so erfahre und erkenne ich in diesen Worten und Mitteilungen meines Schöpfers, wer ich tatsächlich bin: Ein bedingungslos geliebtes und in Gottes Augen wertes Kind.
Nach seinem Namen gefragt, würde ein Kind niemals sagen: „Ich weiß nicht so genau, aber ich glaube, ich heiße ....“ Ein Kind von vier Jahren hat niemals seine Geburtsurkunde gelesen – und doch bestehen da keine Zweifel. Es glaubt.

Dass wir Glauben aber oft so missverstehen, wie eingangs skizziert, liegt daran, dass
wir gewohnt sind, unsere Welt ausschließlich mit dem technisch-wissenschaftlichen Blick anzuschauen. Das funktioniert ja in unserem Alltag auch sehr gut: Ich reduziere die Wahrnehmung auf die Beziehung von Wirkungen zu ihren Ursachen.

Mit diesem Blick kann ich gut feststellen, unter welchen Bedingungen sich Materie wie
verhält. (Insofern ich meine Anschauung mit dem gleichen Ergebnis wiederholen und
somit Gesetzmäßigkeiten ableiten kann.)

Diese Theorie gilt dann solange, bis mir auffällt, dass sie ergänzt oder verändert werden muss. Unsere Technik basiert auf dieser Vorgehensweise – und bestätigt sie immer wieder. Sie funktioniert so wunderbar, dass wir die Erwartung entfalten, sie könne unsere Fragen beantworten. Doch Technik gibt nur Antworten auf technische Fragestellungen. Etwas anderes gibt es unter dieser Lupe nicht zu sehen. Alles andere wird herausgefiltert.
Das heißt nicht, dass die Antworten dann an sich falsch sind. Aber wenn ich ein Buch
chemisch analysiere, kann ich ja nicht erwarten, dass sich mir der geistige Gehalt dieses Werkes erschließt. Wenn es z. B. Gedichte enthält, so mögen diese vielleicht ganz tief verborgene Empfindungen, Wahrheiten und Erkenntnisse in mir hervorrufen, die in meinem Leben große Veränderungen nach sich ziehen. Sie offenbaren mir etwas. Auch, wenn die Erkenntnis, dass dieses Buch in Leinen gebunden und mit einem Kleber von dieser und jener Komponentenkombination zusammengehalten sowie Papier und Tinte solcher oder solcher Beschaffenheit verwendet wurde, nicht falsch ist, sagt sie mir doch nichts darüber, welche Bedeutung und Wirkung dieses Werk für mich hat.

Wenn ich sage: „Ich glaube an Jesus Christus, ‚der die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben‘ (Johannes 3,16)“, dann meine ich damit, dass mir dieser Jesus Christus eine Wahrheit über mein Leben erschlossen hat, die mich bis ins tiefste Innere bewegt und betrifft. Sie sagt vielmehr aus über das, was ich bin, als meine Geburtsurkunde, die selbstverständlich auch nicht lügt - aber eben nicht das Entscheidende über mich zu berichten weiß.

MW



 

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