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Text des Monats

Babylonische Sprachbeziehungen 

Jeder kennt den Ausspruch: „Sag` mal, in welcher Sprache sprichst du denn mit mir, wie redest du mit mir?“ Dabei geht es dem Fragesteller kaum um die Aufklärung, ob es sich um Spanisch oder Italienisch handeln könnte. Hier geht es eher um eine Konfrontation in einer befremdlichen oder milieubedingten Ausdrucksweise in der eigenen Sprache. Die Ausdrucksweise in der Muttersprache ist nun mal vielseitig und umspannt die Sprache des Zorns ebenso wie die Sprache der Liebe.

Die Frage kann aber auch wörtlich verstanden werden: „Welche Sprache sprichst du?“ Und schon sind wir in einem ganz anderen Erlebnisbereich. Globalisierung, Studium, Arbeit, Tourismus und nicht zuletzt die Flüchtlingsbewegungen sorgen für zunehmende Fragestellungen dieser Art. Wir erleben es in unserem Land, unserer Stadt und auch unserer Gemeinde. Die kulturelle und sprachliche Vielfalt macht auch vor der Automatiktür unserer Kirchgemeinde nicht halt: „Welche Sprache sprichst du“?

Wir freuen uns, wenn wir unsere ausländischen Gäste in ihrer Muttersprache ansprechen können. Wenn uns das nicht gelingt, steht uns die Sprache der freundlichen Mimik und Gestik zur verfügung, um ihnen unser Willkommen nahezubringen. vielleicht denkst du in solch einer Situation, wie schön es wäre, wenn wir alle ausnahmslos die gleiche Sprache sprechen könnten.

Doch halt, war das nicht schon mal so? Die vorsintflutliche Welt sprach eine Sprache. Adam und Eva sprachen die gleiche Sprache. Sie mussten ihre Sprache nicht erlernen. Gott war der Schöpfer ihrer Sprache. Sie konnten sogar Gott verstehen, der direkt zu ihnen sprach. Sie waren in der Lage, Worte neu zu bilden, beispielsweise die Namensgebung der Tiere (1. Mose 2, 19-20). Die Sprache war Schöpfungsgabe und Entwicklungsmöglichkeit.

Doch diese Harmonie änderte sich nach der Sintflut: Die Menschheit will es mit Gott aufnehmen. Ein neunzig Meter hoher Turm sollte ihre Größe beweisen. Sein, ja noch mehr sein als Gott! noch waren sie ein Volk mit ein und derselben Sprache. Diesen Hochmut brachte Gott zu Fall. Die gemeinsame Sprache war dahin. Das babylonische Sprachgewirr sorgte für verängstigung und Zerstreuung in alle Welt (1. Mose 11, 1-9).

Seitdem bildete sich eine neue Berufsgruppe, die der Sprachlehrer und Dolmetscher. Gegenwärtig gibt es über 6.800 eigenständige Sprachen. Unsere Muttersprache geht letztlich auf eine der Sprachen zurück, die Gott im Zorn über die abtrünnige Menschheit neu erschuf. noch müssen wir die Sprachen anderer völker erlernen, doch das wird nicht für ewig so bleiben. In Gottes neuer Welt wird wieder eine gemeinsame Sprache gesprochen. Ob es die Ursprache, die Sprache Adams und Evas sein wird, bleibt offen.                                                                                                                                                 

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