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Gott lässt sich finden

Die Adventszeit und Weihnachten sind vorüber, das alte Jahr liegt hinter uns. Sentimentalität, Lachen und Weinen, Sehnsucht und Leidenschaft sind gewichen und zur Ruhe gekommen. Die Hektik hat ein Ende; etwas Frieden und gedankenversunkenes Lächeln liegen noch über dem Tag. Die Zeit zwischen den Jahren, wie man so schön sagt, aber auch noch der Beginn des Neuen Jahres bringt etwas neue Kraft, birgt die Genesung und gibt behutsam und freundlich den Schleier des Erwartungsvollen frei.

Es ist schön zu leben, zu genießen und das einem Geschenkte nicht zu vergessen, sondern immer wieder neu zu betrachten. Mancher Zusammenhang wird klarer und die Liebe von erlebter Zuwendung dringt tief in unser Herz ein.

Nun ist er wieder weg, der Christus, der kleine, hilflose Knabe, der doch die Welt retten will und an dem wir uns als Menschen den Kopf zerbrechen. Was hat es mit Gott auf sich, wenn er nicht selbst-geschnitzt ist, sondern lebendig? Was passiert?

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt!“ sagt der Prophet Jesaja (AT Kap. 60, V. 1a). Dies haben wir als Losungstext über dem neuen Jahr stehen. Jetzt, wo wir doch gerade zurückgekehrt sind, von der Lichterkette nach Bethlehem. Das mutet schon etwas seltsam an.

Beim längeren, wiederkehrenden Gedankenspiel über diesem Wort tauchen unversehens viele Facetten auf.

Neben der wohltuenden Wärme und der Ruhe, die eine Kerze ausstrahlt, denke ich an das Licht, das sich im Prisma in tausend Farben brechen lässt. Es fällt mir die Dunkelheit des Universums ein, in dem wir die Lichtblitze freisetzenden Sternenexplosionen erst nach Lichtjahren zusehen bekommen. Die Photosynthese unserer Pflanzenwelt ist ohne Licht nicht denkbar. Ich selbst, als Mensch, ginge jämmerlich ein, wenn mein Körper nicht genug Vitamin D nach einem sonnendurchfluteten Sommertag erzeugen könnte.

Und es fällt auf, dass Licht auch kleingeschrieben werden kann: hier, wo es sozusagen um die lichte Lichtung in meinem Leben geht, wo das Dickicht meiner festgefahrenen Gedankenwelt und eingespielten Verhaltensweisen einfach ausgeästet, beschnitten wird. Der Himmel bricht wieder durch, es tun sich Freiräume zum Atmen auf und die Lasten sind weg, die mich zu Boden gedrückt haben.

Ja, so einfach scheint das – wohl nicht zu sein. Münchhausen lässt sich nicht nachahmen. Und es fällt auf, dass es wohl etwas dauern könnte.

Mache dich auf“ reißt mich gnadenlos aus dem Sinnieren heraus. Es ist nicht der bettelnde, gebetsmühlenartige Ruf etwas zu tun. Die Frische und Unverhohlenheit schlägt mir förmlich ins Gesicht. Aufbruch und Tatendrang bahnen sich Weg. Und ich schaue mich um, was anliegt. Klarheit ist gefragt und beherzt greife ich zu. Es gibt nichts Schöneres, als das Ergebnis im neuen Licht zu betrachten.

Das überaus Außergewöhnliche begegnet mir bereits auf dem Weg dahin. Selbst wenn erst am Ende ein überwältigendes Strahlen aufkommt, so bricht es sich doch in der Zwischenzeit bereits mehr und mehr die Bahn. Und es besteht kein Zweifel: „dein Licht kommt“. Nicht erst nach dem Warten, sondern schon jetzt scheint es mehr und mehr hindurch.

Wo wir in unserem Leben „klar Schiff“ machen, nicht nur ethisch gesehen, sondern auch im Ergründen des Glaubens, werden wir die alles überstrahlende Wärme, Liebe und Geborgenheit Gottes erleben.  Es wird Frieden einziehen, Dinge werden sich klären, Unüberwindbares sich ebnen. Mehr noch: Gott kommt selbst zu uns, dringt mit seinem Licht hindurch und leuchtet den letzten Winkel aus.

Wie kann das gehen?

Nehmen wir uns bewusst Zeit zum Bibellesen. Legen wir den Widerwillen und die Faulheit ab und stöbern wir in den Texten, immer wieder neu, ohne Vorprogrammierung, Angst oder Befangenheit. Lesen wir einfach und lassen wir uns auf ein Gebet ein, vielleicht auch erst später. Es wird nicht ohne Wirkung bleiben, es kann nicht ohne Wirkung bleiben. Es ist Gottes eigenes Vermächtnis an uns und wir werden beginnen ihn zu sehen, wie er ist.

In diesem Sinne dürfen wir gespannt das Neue Jahr in Besitz nehmen; die Zeit, die uns zur Verfügung steht, immer wieder neu mit Gott gemeinsam gestalten. Gottes Licht möge unser Leben erhellen und eine tiefe, dauerhafte Freude schenken.


JP






 

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