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Pfingsten – Chance für ein sinnerfülltes Leben
Menschen verabreden sich, sind beieinander, reden miteinander, tauschen Erfahrungen aus, erzählen von Sorgen und Hoffnungen. Das sind die schönen Momente unseres Alltags. Meist vergeht die Zeit viel zu schnell oder wir sind zu müde.
Dieses Mal aber ist es anders – so berichtet die Apostelgeschichte im Neuen Testament der Bibel. Plötzlich ist alles anders als sonst, nicht mehr die üblichen Themen, das Einerlei, die Banalitäten aus der Mottenkiste. Es „geschah ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus.“ Das Gesprächsthema des Abends gerät auf völlig ungewohntes Terrain. Es wird fromm. Mehr noch: „sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen ...“
Ganz ehrlich: Wer noch nicht aufgegeben hat, sehnt sich in seinem Inneren weniger nach einem für alle Zeit sicheren Arbeitsplatz, nach der Garantie, sich jeden Morgen pünktlich ins Hamsterrad werfen zu dürfen, nach einem prall gefüllten Bankkonto und den damit verbundenen Sorgen um die Sicherheit angehäufter Güter ...
Tief in uns schlummert die Sehnsucht nach Erfüllung, nach der Antwort auf die Frage, wer ich selbst bin, was ich wert bin, welchen Sinn mein eigenes kleines Dasein hat. Die Sehnsucht nach dem unverwechselbaren, unaustauschbaren Platz in dieser Welt, vielleicht sogar darüber hinaus, meiner wirklich wahren Identität, nach dem, was letztlich bleibt von dem, das durch mich gestaltet werden könnte – das ist Kern dessen, worüber so schwer zu sprechen ist, das nicht einklagbar ist und für das sich andere im allgemeinen kaum ernsthaft interessieren.
Diese Fragen lassen sich aber nicht totprügeln, wegschließen, vergessen. Es muss darüber nachgedacht, muss gehofft und davon erzählt werden.
Pfingsten damals zeigt uns Menschen, die dem Miteinander Zeit einräumen, dem Gespräch – auch dem Gespräch über fromme Dinge. Dann spüren sie das ungewöhnliche Brausen, das „in der Luft liegt“. Ihnen ist es nicht peinlich, sie flüchten nicht in Nebensächlichkeiten, zerren keine Witze hervor, um das Gewohnte zu retten. Sie lassen sich ein, öffnen sich, reden – alle, jeder – in fremder Sprache, in ungewohnter Offenheit. Und sie erleben das, worauf jeder im Stillen gehofft hat: Erfüllung.
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Mai 2013
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